IBCPC Festival 2026 in Aix-les-Bains / Frankreich

Eine Woche die bleibt

Es gibt Reisen, von denen man mit vielen Fotos nach Hause kommt. Und es gibt Reisen, von denen man ein Stück verändert zurückkehrt.

Unsere Woche beim IBCPC Participatory Dragon Boat Festival 2026 in Aix-les-Bains war für uns Vienna Pink Dragons genau so eine Reise.

Vom 24. bis 30. August 2026 wurde der Lac du Bourget, eingebettet in die französischen Alpen, zum Treffpunkt einer ganz besonderen weltweiten Gemeinschaft: Rund 4.500 Brustkrebs-Paddlerinnen aus 25 Nationen und 175 Teams kamen zusammen, um zu paddeln, Freundschaften zu feiern, zu erinnern – und vor allem das Leben zu feiern.

Das IBCPC Festival bringt diese weltweite Pink-Paddling-Community in regelmäßigen Abständen zusammen. Dabei geht es nicht in erster Linie um Medaillen oder Bestzeiten. Es geht ums Dabeisein, um Begegnungen und Freundschaften und um diese ganz besondere Liebe zum Drachenbootsport, die uns alle verbindet.

Und mittendrin: wir, die Vienna Pink Dragons.

Ein ganz besonderes Danke geht an die Pink Paddlers Koblenz, die TVK Pink Dragons aus Essen und die Limburger Domdrachen, die uns in dieser Woche großartig unterstützt haben. Ihr habt mit uns gepaddelt, mitgefiebert und mitgelacht – und euch vom ersten Moment an wie ein Teil unseres Teams angefühlt. Genau das ist Pink Paddling. 🩷

Eine ganze Woche IBCPC Festival Erlebnisse

Schon die ersten Tage waren geprägt vom Ankommen, Wiedersehen, Kennenlernen und natürlich vom Training. Am Dienstag ging es für uns das erste Mal aufs Wasser, um den Lac du Bourget, die Boote und die Bedingungen ein bisschen kennenzulernen.

Rund um das Festival war eigentlich ständig etwas los: Workshops, Vorträge, Bewegungsangebote, Teamzelte aus aller Welt, Maskottchen, Pins & Shirts wurden eifrig getauscht, Fotos, Gespräche und ganz viele großartige Begegnungen mit anderen Paddlerinnen. Überall traf man Frauen aus anderen Ländern, kam ins Gespräch und fühlte sich oft schon nach wenigen Minuten irgendwie verbunden.

Und natürlich war es auch für uns als Vienna Pink Dragons einfach eine richtig schöne gemeinsame Woche: zusammen wohnen, kochen, essen, lachen, im Pool liegen und all die Eindrücke miteinander teilen.

Opening Ceremony & Parade der Nationen

Ein ganz besonderer Höhepunkt war die Parade der Nationen. Für uns Vienna Pink Dragons war sie noch einmal etwas ganz Besonderes, denn wir durften als einziges österreichisches Team unser Land in Frankreich vertreten.

Entlang des Sees zog ein buntes Meer aus Menschen, Musik, Gesängen, Fahnen und Kostümen. Jedes Team präsentierte sein Land, seine Region oder seine Stadt auf ganz eigene Weise – von traditionellen Outfits bis hin zu pinken Raumanzügen war alles dabei.

Natürlich durfte bei uns Sissi auf den Festival- und Rennshirts nicht fehlen, dazu Tracht und Dirndl. In Frankreich kam das besonders gut an – wir wurden ständig fotografiert und um gemeinsame Bilder gebeten.

Eine besonders schöne Tradition: Unser jüngstes Teammitglied, Deniz, durfte die österreichische Fahne tragen und zog mit Rot-Weiß-Rot voraus. Bei großer Hitze ging es entlang des Sees – und trotz der Temperaturen konnte man gar nicht genug bekommen von all den Teams, Farben, riesigen Fahnen und dieser ausgelassenen Stimmung.

Parallel dazu fand die Parade auf dem Wasser statt: Drachenboote mit den Länderflaggen kamen schließlich gemeinsam mit der Parade an der Seebühne zusammen. Dort wurden die Nationen begrüßt und vorgestellt, bis alle Fahnenträgerinnen zusammenstanden. Chinesische Drachen tanzten zu rhythmischen Trommelschlägen und die ganze Wiese war voller ausgelassener Menschen.

Zum Abschluss folgte die traditionelle Awakening of the Dragons Ceremony: Den Drachen wurden feierlich die Augen angemalt und sie dadurch symbolisch „erweckt“ und zum Leben gerufen. Ein Regen aus Rosenblättern besiegelte den Moment – das Festival war eröffnet.

Die Stimmung war fantastisch: bunt, laut, ausgelassen und voller Energie.

Die Rennen – Paddles up!

Natürlich waren wir auch zum Paddeln gekommen. Und egal, wie sehr es beim IBCPC Festival ums Dabeisein geht – sobald man im Boot sitzt, ist sie da, diese besondere Spannung.

Das Paddel in der Hand. Der Blick nach vorne. Konzentration. Und dann zählt nur noch der gemeinsame Rhythmus.

Der Lac du Bourget war traumhaft schön, aber durchaus tückisch. Wind und Wellen machten es manchen Teams richtig schwer. Für Freitag waren die 500-Meter-Rennen geplant, doch dann kam ein richtiges Unwetter und der gesamte Renntag musste aus Sicherheitsgründen abgesagt werden. Also: Planänderung – und für uns ein Tag zum Relaxen und Durchatmen.

Am Samstag machte das Wetter wieder mit und endlich hieß es: Raceday! 200 Meter – kurz, schnell und voller Adrenalin.

So ein Renntag besteht aber natürlich nicht nur aus dem Rennen selbst. Viel Zeit verbringt man mit Warten im Teamzelt, Pins und Shirts mit anderen Teams tauschen, mit Besucherinnen und Besuchern plaudern, gemeinsam aufwärmen, Marshalling, Boarding – und dann endlich ab ins Boot.

Dazwischen gab es richtig gutes Essen in wunderschönen nachhaltigen Holzboxen mit Festivalbranding. Und das Beste: kein Anstehen – das Essen wurde direkt zu den Teams ins Zelt geliefert. Echtes Athleten-Feeling. 😉

Während des Festivals gab es auch einige Kenterungen, was uns noch einmal mehr Respekt vor diesem wunderschönen, aber manchmal ganz schön anspruchsvollen See verschafft hat.

Und ein riesiges Danke an all die Volunteers, Helferinnen und Helfer sowie Sicherheits- und Rettungsteams. Was dort für so viele Menschen auf die Beine gestellt wurde, war wirklich großartig – und gefühlt immer mit einem Lächeln im Gesicht.

4.500 pinke Blumen

Mit einer feierlichen Closing Ceremony ging diese außergewöhnliche Festivalwoche langsam zu Ende. Noch einmal zogen die Fahnen der Nationen ein – für Österreich durfte diesmal unser ältestes Teammitglied Irmi Rot-Weiß-Rot tragen. Bei der Eröffnung die Jüngste, beim Abschluss die Älteste – irgendwie ein wunderschöner Kreis.

Es folgte das Sandy Smith Global Finale, bei dem Paddlerinnen aus unterschiedlichen Teams gemeinsam in gemischten Booten antreten – ein Rennen, das genau für diese internationale Verbundenheit steht, die Pink Paddling ausmacht.

Dann wurde es emotional. In verschiedenen Reden wurde auf diese besondere Woche, auf die weltweite Pink-Paddling-Gemeinschaft und auf jene Frauen zurückgeblickt, die nicht mehr bei uns sind. Besonders die Worte der IBCPC-Präsidentin Meri Gibson haben uns tief berührt.

Und dann: die Flower Ceremony.

4.500 Frauen, jede mit einer pinken Blume in der Hand. Und jede Blume stand für etwas:

Für einen Namen.
Ein Gesicht.
Eine Freundin.
Eine Geschichte.
Eine Erinnerung.

Auf dem See formierten sich die Drachenboote, die Paddel bewegten sich im Rhythmus der Musik. Die tief stehende Sonne tauchte den Lac du Bourget und die Berge in goldenes Licht – und schließlich verwandelten Tausende pinke Blumen den See in ein riesiges Blumenmeer.

Was für ein Moment.

Trauer, Dankbarkeit und Lebensfreude lagen ganz nah beieinander. Ein Moment, den man so schnell nicht vergessen wird – und das Gefühl: Wir sind nicht allein. Wir sind viele. Und wir paddeln weiter.

Und plötzlich 1.000 Meter

Doch Aix-les-Bains hatte noch eine Überraschung für uns.

Nachdem Rennen am Freitag wetterbedingt ausgefallen waren, wurde am Sonntag noch einmal gepaddelt – und statt 500 warteten plötzlich 1.000 Meter auf uns. gingen die Teams über eine 1.000-Meter-Strecke mit Wende und Zeitfahrstarts aufs Wasser. Alle 30 Sekunden startete ein Boot.

Für dieses Abenteuer bekamen wir Unterstützung einiger deutscher Freundinnen und einer super Steuerfrau! Und dieses Rennen machte richtig Spaß. Vor uns ein anderes Boot, wir kamen immer näher, gaben noch einmal alles – und konnten es tatsächlich überholen. Nach 1.000 Metern waren die Arme schwer, aber das Lächeln umso breiter. Erschöpft, aufgedreht, glücklich – und auch ein bisschen stolz.

Genau so darf ein Festival enden.

Was bleibt

Und irgendwann fährt man nach Hause.

Die Shirts und getauschten Pins landen im Koffer, die Paddelsachen in der Wäsche, der Alltag wartet. Und trotzdem fühlt sich etwas anders an.

Vielleicht ist man nach so einer Woche wie ein Schwamm, der sich mit Pinker Energie und Lebensfreude vollgesogen hat.

Wir nehmen so vieles mit: Umarmungen und Gespräche, neue Freundschaften und alte Freundinnen, Gänsehautmomente, gemeinsames Kochen und Poolabende, Sissi und Dirndl, Deniz und Irmi mit unserer Fahne, Trommelschläge und Paddelschläge, 200 schnelle und 1.000 völlig unerwartete Meter.

Und natürlich unsere Freundinnen der Pink Paddlers Koblenz, der TVK Pink Dragons aus Essen und der Limburger Domdrachen, die uns unterstützt haben und sich vom ersten Moment an wie Teammates anfühlten.

Vor allem aber bleibt dieses Bild: das pinke Blumenmeer im goldenen Licht des Lac du Bourget.

Man kommt nach Hause und merkt erst nach und nach, wie voll das Herz eigentlich ist. Es reicht ein Blick auf ein Foto – und sofort ist alles wieder da.

Etwas, von dem man lange zehren kann.

Von den Bildern. Von der Energie. Von dieser unglaublichen Schwesternschaft. Und von dem Gefühl, dass irgendwo auf der Welt Frauen leben, die eine andere Sprache sprechen und ein anderes Teamshirt tragen – und die sich beim nächsten Wiedersehen trotzdem anfühlen werden, als hätte man sich erst gestern verabschiedet.

Das IBCPC Festival in Aix-les-Bains war für uns weit mehr als ein Drachenbootfestival. Es hat uns gezeigt, wie viel Kraft in Gemeinschaft steckt, wie viel Lebensfreude möglich ist und wie sehr unsere gemeinsame Liebe zum Drachenboot Menschen über Länder und Kontinente hinweg verbindet.

Wir sind als Vienna Pink Dragons nach Frankreich gefahren.

Mit nach Hause genommen haben wir viel mehr, als in irgendeinen Koffer passen würde:

Liebe. Freundschaft. Kraft. Erinnerungen. Und dieses warme Gefühl, Teil einer weltweiten Familie zu sein.

Aix-les-Bains 2026 – never forget. 🩷🐉🌸🇦🇹

Ein riesiges Danke

Zum Schluss möchten wir einfach Danke sagen.

Danke an die großartige Organisation dieses riesigen Festivals – es war unglaublich, was hier auf die Beine gestellt wurde. Die Rennen und Zeremonien wurden live übertragen und kommentiert, sodass auch unsere Daheimgebliebenen und Liebsten alles mitverfolgen konnten. Dazu diese grandiosen Drohnenaufnahmen über dem See – Bilder, die uns noch lange Gänsehaut machen werden.

Und ein riesiges Danke an die unglaublichen 500 Volunteers, die wirklich überall waren und gefühlt immer ein Lächeln im Gesicht hatten. Ohne euch wäre eine Veranstaltung in dieser Dimension niemals möglich gewesen.

Danke auch an unsere Supporter, die mit uns nach Frankreich gefahren sind, Menschen und Paddel von A nach B gebracht, Sportwäsche gewaschen, Essen gekocht und uns einfach überall unterstützt haben. Ihr wart ein wichtiger Teil dieser Woche.

Und von Herzen Danke an unsere Sponsoren und Unterstützer zu Hause. Mit euren Spenden habt ihr mitgeholfen, diese Reise für uns überhaupt finanziell möglich zu machen und uns damit eine Erfahrung geschenkt, die wir wohl niemals vergessen werden.

Wir hoffen, dieser Reisebericht konnte euch ein kleines bisschen zeigen, was ihr uns damit ermöglicht habt.

Danke. Von Herzen. 🩷